Zunächst Folgendes: Die Kastagnetten gehören ursprünglich nicht zum Flamenco, zum spanischen Tanz ja, zur spanischen Folklore ebenfalls, aber im Flamenco wurden sie erst in jüngster Zeit und nur in einzelne Flamencostile integriert. Die Vorformen der Kastagnetten sind aber vermutlich die ältesten Instrumente der Menschheit.

Im Barocktanz wurden Kastagnetten im Tanz und auch bereits als Konzertinstrument in ganz Europa eingesetzt. Es gab bereits eine Notation mit 1 Notenlinie, zu sehen in dem 1700 erschienen Buch von R. A. Feuillet (1660?-1710): Choreographie ou l’Art de decir la danse. Aber im Gegensatz zur Notation unserer Zeit wurde damals die rechte Kastagnette unter und die linke über der Notenlinie notiert. Vieles aus dieser Zeit ist in Vergessenheit geraten und nur in einigen Regionen Europas, besonders in Spanien, wurde das Kastagnettenspiel im Tanz weiter gepflegt.

Seit Antonia Mercé, die legendäre ‚la Argentina‘ (1890-1936), begann wieder erste Kastagnettenkonzerte zu spielen, haben sich die Kastagnetten immer mehr von einem Tanzrequisit zu einem selbständigen virtuosen Instrument entwickelt.
Das Erlernen des Kastagnettenspiels vermittelt die musikalischen Grundbegriffe. Es schult die Konzentration, die Fingerfertigkeit und das Rhythmusgefühl. Auch vermittelt es sehr gute Grundlagen, um andere Instrumente leichter erlernen zu können. Auch wer noch kein Instrument gespielt hat und keine Noten lesen kann, erlernt das Kastagnettenspiel und die Notation dieses Instruments ohne Probleme.

Amparo de Triana – Features & Portraits – 18.04.2014